Gute Gründe, warum Kinder täglich draußen in der Natur spielen sollten.

Gute Gründe, warum Kinder täglich draußen in der Natur spielen sollten.

Bei uns zu Hause herrscht große Waldliebe. Wir wohnen schon seit zwei Jahren in Norwegen zwischen Wald und See, und es vergeht kein Tag, an dem wir nicht draußen in der Natur unterwegs sind. Ob mit Regenjacke und Gummistiefeln oder bei strahlendem Sonnenschein, wir sind täglich mit unseren Kindern in der Natur unterwegs. 

Bevor wir nach Norwegen gezogen sind, haben wir mitten in der Düsseldorfer Innenstadt gewohnt. Dort war es uns nicht möglich, jeden Tag im Wald spazieren zu gehen. Jetzt merke ich ganz deutlich, welchen positiven Effekt die Zeit in der Natur auf unsere Kinder hat. In diesem Beitrag habe ich ein paar gute Gründe für dich, deine Kinder zu packen und raus in den Park oder Wald zu gehen.

Kennst du schon meinen Beitrag mit Spielideen für den Wald, Tipps für mehr Achtsamkeit im Alltag mit Kindern oder Mikroabenteuer Ideen, die du mit Kinder Zuhause erleben kannst?

Draußen spielen wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus.

Das ist sicherlich ich kein Geheimnis. Frische Luft ist sehr gut für unsere Gesundheit. Dafür müsst ihr auch nicht in den Wald gehen. Ein Spaziergang durch den Park reicht aus. Bei uns in Norwegen ist es zum Beispiel absolut üblich, dass alle Babys und Kinder ihren Mittagsschlaf im Kinderwagen draußen an der frischen Luft verbringen. Egal ob im Winter, bei -12 Grad oder im Sommer. Unsere kleine Maus schläft mittags seit ihrer Geburt im Kinderwagen.

Wer viel Zeit in der Natur verbringt, bei dem sinkt langfristig das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes und Herzleiden und außerdem hilft frische Luft dabei, den Stresspegel zu reduzieren. Durch Schulstress und Leistungsdruck haben auch Kinder leider schon Stress. Ganz nebenbei tankt unser Körper Sonne, welche für die Bildung von Vitamin D verantwortlich ist.

Den ganzen Tag drinnen, noch dazu vor dem Computer oder Fernseher zu verbringen, kann hingegen zu gesundheitlichen Problemen führen. Die Kinder sitzen oftmals sehr dicht vor dem Laptop oder halten sich das Handy direkt vor die Nase. Ihre Augen gewöhnen sich daran, und der Blick schweift nicht mehr durch den Raum. Das kann schnell zu einer Sehschwäche führen.

Zudem haben Kinder einen natürlichen Bewegungsdrang, der durch den Aufenthalt drinnen unterdrückt wird. So werden sie unruhig und können sich nur noch schwer konzentrieren. Die fehlende Bewegung kann zudem auch zu Übergewicht führen.

Natur dient als Inspirationsquelle und fördert die Kreativität

Die Natur weckt den Entdeckergeist und inspiriert zu neuen Spielen und Abenteuern. All unsere Sinne werden dabei gefördert. Darum liebe ich unsere Spaziergänge durch den Wald so sehr. Auch wenn wir immer wieder die gleichen Strecken laufen, entdecken wir Neues: Rehe, Hirsche, Käfer, neue Blumen, die gestern noch nicht da waren und vieles mehr. Wir bauen Staudämme im Bach, Hütten aus alten Ästen und sammeln Naturmaterialien zum Basteln ein. Auch unser Teenie hat den Wald für sich entdeckt und baut immer gerne neue Dinge aus Holz.

Beim Spielen im Freien wird die Kreativität der Kleinen gefördert. Es gibt keine Vorgaben und so denken die Kinder selbstständig neue Spiele aus. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. 

Kinder lernen in der Natur selbstbestimmt

Die Natur fördert die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder, da sie sich hier selbst erfahren können und dadurch unabhängiger werden. Sie sind dabei in Bewegung, all ihre Sinne werden angesprochen und sie dürfen der eigenen Neugier folgend und entdecken. 

Sie erfahren die Konsistenz und Härte der Naturmaterialien. Zudem geht es hier nicht darum, sich gegen andere durchzusetzen oder zu gewinnen. Stattdessen wird der Gemeinschaftssinn gefördert. Dieses Erfahren von neuen Möglichkeiten stärkt ihr Selbstbewusstsein.

Körperliche Fitness und Geschicklichkeit beim Spielen im Wald entwickeln.

Durch das Spielen in der Natur erhöht sich die körperliche Fitness ganz automatisch. Sehr beliebte Spiele für draußen sind Fangen und Verstecken. Auch auf Bäume klettern, laufen, springen, Steine in den Bach werfen oder einen Damm bauen, sind körperlich anstrengend und helfen unseren Kindern spielend den Umgang mit ihrem Körper zu erfahren.

Was unsere Kinder lieben sind Geschicklichkeitsspiele mit Tannzapfen, wie der Zapfenzielwurf. Das ist schwerer als vermutet, da sich in den Schuppen der Tannzapfen der Wind fängt und sie damit eine ganz eigene Flugbahn entwickeln. Ein Heidenspaß für alle. Oder wie wäre es mit einem Waldmikado mit dünnen Ästen?

Emotionale Gesundheit

Im Freien werden viel eher soziale Kontakte geknüpft als mit Kindern, mit denen man nur über ein Computerspiel verbunden ist. Die emotionale Entwicklung von Kindern ist stark geprägt durch das Spiel mit anderen. Es werden wichtige Fähigkeiten wie Kooperation, soziale Rollen und Konfliktmanagement entwickelt. Zudem prägt die Natur das Verantwortungsbewusstsein. Sie erlangen ein Verständnis dafür, dass es wichtig ist, eine saubere Umwelt zu erhalten und lernen, dass auch schwächere Lebewesen einen Wert haben. Die Einstellungen zeigen sich später im Umgang mit Minderheiten.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Kinder, die viel Zeit im Freien verbringen, weniger psychologischen Stress wie Ängste, Störungen im Sozialverhalten oder Depressionen empfinden.

Natur mit allen Sinnen entdecken

Ich kann euch sehr einen Spaziergang barfuß durch den Wald empfehlen. Das weiche Moos, kleine Zweige und Steinchen unter den Füßen fördern das körperliche Empfinden. Atmet dabei tief den Duft des Waldes ein, hört aktiv dem Singen der Vögel zu und spürt den Wind und die Sonne auf der Haut ganz bewusst. Solche kleinen Sinnesreisen sind Balsam für die Seele der Kinder.

Wer gerne Tiere sehen möchte, der sollte früh aufstehen. Kurz vor dem Sonnenaufgang ist im Wald viel los. In dieser Tageszeit ist die Chance, ein Reh, einen Hase oder Eichhörnchen zu sehen am höchsten.

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